29/06/2021
Jetzt ist es offiziell: ich bin ein ganz schlimmer Feigling!
Ich trau mich nicht mal, ein Pferd zu reiten!
Eiiiiiigentlich war ich heute verabredet, das Pferd meiner Freundin zu reiten. Der große Warmblutwallach hat jahrelang als Schulpferd gedient, wohnt noch nicht allzu lange bei uns im Stall und hat sich bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Will sagen: er war mit der Gesamtsituation völlig überfordert und reagiert oft mit Stress. Alleine von den anderen Pferden weg? Geht mal gar nicht!
Er ist zwar immer händelbar und kriegt sich meist irgendwann wieder ein, aber
- alle meine Beine sind mindestens einmal operiert
- selbst mein eigenes Pferd erkennt meine Hilfen zur Zeit nicht richtig
- ich kann unter dem Bauch dieses Pferdes hindurchgehen, ohne mich großartig bücken zu müssen
- ich habe schon IMMER Schiss, mich auf fremde, große oder fremde und große Pferde zu setzen
Wir hatten zwar geplant, ein zweites Pferd dazu zu nehmen, aber dann hätte meine Freundin erstmal zwei Pferde führen müssen, oder das zweite wäre frei in der Bahn umher geirrt, und das Beistellpferd hatte sein Programm auch schon hinter sich. Da habe ich ganz spontan entschlossen, das mit dem Reiten doch sein zu lassen.
Wenn ich total gestresst und mit den Hosen voll auf dem riesen Tier sitze, das Beistellpferd auch schon keinen Bock mehr hat, was soll da Gutes bei rum kommen?
Statt dessen haben das Pferd und ich was total verrücktes gemacht: wir sind ALLEIN zum Putzplatz gegangen. Und haben dann ein bisschen im Roundpen gearbeitet. Zwischendurch immer mal wieder ein Gelenk optimiert. Und statt wie sonst volles Programm zu fahren war er heute nur zwei Minuten lang zappelig und blieb sogar völlig gechillt, als andere Pferde kamen und gingen. Ich glaube das lag daran, dass ich so unendlich erleichtert war, NICHT reiten zu müssen, dass ich völlig tiefenentspannt war und er sich daran orientiert hat ;-)
So kann feige sein auch Vorteile mit sich bringen!