16/03/2026
Zweites Wochenende - weiter mit Ethologie, Domestikation und Rassen
Im zweiten Teil des Wochenendes haben wir uns zunächst mit der Ethologie, also der Verhaltensforschung, beschäftigt. Dabei ging es unter anderem um die Frage: Was macht eigentlich ein Ethologe – und warum ist diese Perspektive für die tiergestützte Arbeit so wichtig?
Ein zentraler Punkt war, Verhalten nicht sofort zu interpretieren oder zu bewerten. Stattdessen haben wir geübt, Verhaltensweisen zunächst genau zu beobachten und zu beschreiben und sie möglichen Funktionskreisen zuzuordnen. Erst im nächsten Schritt stellen wir uns die Frage, was ein Verhalten bedeuten könnte. Gerade in der tiergestützten Intervention ist diese Haltung wichtig, um Tiere nicht vorschnell zu missverstehen.
Anschließend haben wir uns mit Domestikation beschäftigt – also damit, wie aus Wildtieren Haustiere geworden sind. Dabei haben wir auch klar unterschieden zwischen Wildtier, zahmem Tier und Haustier. Schnell wurde deutlich, dass wir in der tiergestützten Intervention nicht mit Wildtieren arbeiten möchten. Haustiere verfügen durch die Domestikation über eine veränderte Umweltwahrnehmung und sind dadurch in der Lage, viele Aspekte unseres menschlichen Lebens mitzugehen, die für Wildtiere kaum möglich wären.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Rassen, vor allem bei Hunden. Wir haben uns angeschaut, welche rassetypischen Verhaltensweisen es geben kann und welche Hundetypen möglicherweise gut zu bestimmten Aufgaben in der tiergestützten Arbeit passen – und bei welchen Hunden diese Arbeit vielleicht weniger gut zu ihren Anlagen passt.
Zum Abschluss haben wir dazu einen kleinen Beobachtungsversuch gemacht: Sechs Hunde bekamen nacheinander dieselbe Aufgabe, und wir haben beobachtet, wie unterschiedlich sie damit umgehen. Besonders spannend war zu sehen, wie deutlich sich manche rassetypischen Tendenzen zeigten – etwa beim territorial veranlagten Hovawart im Vergleich zu den Huskys oder bei Labrador, Pudel und Labradoodle.
So konnten wir das Wochenende mit vielen neuen Erkenntnissen und neuen Perspektiven für die tiergestützte Praxis abschließen