13/04/2026
Feuerwehr Meddewade stärkt Ersthelferstruktur – Schnelle Hilfe kann Leben retten
Die Freiwillige Feuerwehr Meddewade baut ihr Engagement im Bereich der organisierten Ersten Hilfe weiter aus und verstärkt damit gezielt die Unterstützung des Rettungsdienstes bei Reanimationseinsätzen. Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen professioneller rettungsdienstlicher Hilfe mit qualifizierten Sofortmaßnahmen zu überbrücken und so die Überlebenschancen von Betroffenen deutlich zu erhöhen – direkt hier vor Ort in Meddewade.
Im Fokus steht dabei insbesondere die sogenannte „therapiefreie Zeit" – also die Minuten zwischen dem Eintritt eines Herz-Kreislauf-Stillstands und dem Beginn lebensrettender Maßnahmen. Studien zeigen, dass bereits nach wenigen Minuten ohne Hilfe das Risiko schwerer Folgeschäden oder eines tödlichen Ausgangs deutlich steigt. Die Feuerwehr Meddewade versteht ihr Engagement ausdrücklich als Ergänzung und nicht als
Ersatz des Rettungsdienstes. „Unser Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sinnvoll zu nutzen. Wir können erste Maßnahmen einleiten und so einen entscheidenden Beitrag leisten – aber selbstverständlich bleibt die rettungsdienstliche Versorgung die zentrale Säule der Notfallrettung", erklärt Gemeindewehrführer Leif Brünslow.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt neben der technischen und organisatorischen Vorbereitung auch auf der Sensibilisierung der Bevölkerung. Denn im Ernstfall sind es häufig zufällig anwesende Personen, die als Erste reagieren können.
„Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Nichtstun ist das größte Risiko. Eine einfache Herzdruckmassage kann bereits Leben retten", so Brünslow weiter.
Auch auf Kreisebene findet dieses Engagement große Beachtung. Kreiswehrführer Olaf Klaus betont, dass die Feuerwehr Meddewade die erste Feuerwehr im Kreis Stormarn ist, die eine solche AED-Einheit aufgebaut hat. Gleichzeitig gebe es bereits mehrere Anfragen weiterer Feuerwehren an den Kreisfeuerwehrverband. Es sei daher davon auszugehen, dass diesem Beispiel in naher
Zukunft weitere Wehren folgen werden. Damit könnte sich die strukturierte Ersthelfer-Unterstützung im gesamten Kreisgebiet deutlich weiterentwickeln und zu einem wichtigen Baustein der Notfallversorgung werden.
Auch Bürgermeister Karsten Bauer begrüßt die Entwicklung ausdrücklich: „Gerade für eine wachsende Gemeinde wie Meddewade, in der immer wieder neue Bürgerinnen und Bürger ein Zuhause finden, ist eine starke und engagierte Feuerwehr von unschätzbarem Wert. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für die Sicherheit und den Zusammenhalt unserer Gemeinde ist."
Unterstützt wird dieses Konzept auch durch moderne Technologien wie die Saving Life App. Die App alarmiert registrierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in unmittelbarer Nähe eines Notfalls und ermöglicht so eine noch schnellere Versorgung, oft noch vor dem Eintreffen von Rettungsdienst oder Feuerwehr.Die Feuerwehr Meddewade setzt mit diesem Schritt ein klares Zeichen für eine stärkere
Verzahnung von Ehrenamt, professionellem Rettungsdienst und engagierter Bevölkerung. Ziel ist es, die Rettungskette nachhaltig zu stärken und die Überlebensraten bei plötzlichem Herzstillstand zu verbessern. Gleichzeitig hofft die Feuerwehr, mit ihrem Engagement auch weitere Bürgerinnen und Bürger für das Thema Erste Hilfe zu sensibilisieren und langfristig neue Mitglieder zu gewinnen, die sich aktiv für die Sicherheit in ihrer Gemeinde einsetzen möchten.
„Jede und jeder kann helfen – und wir freuen uns über alle, die sich bei uns engagieren wollen", betont Brünslow abschließend.
Text und Foto: FF Meddewade