27/05/2026
Nicht jede Erschöpfung ist automatisch „nur“ ein Hormonthema
Viele Frauen mit chronischer Erschöpfung, Brain Fog, Schmerzen oder wechselnden Beschwerden suchen zuerst nach einer hormonellen Ursache. Vor allem ab einem bestimmten Alter hört man leider noch immer oft: „Das sind halt die Wechseljahre, da muss man durch.“
In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein deutlich komplexeres Bild. Denn neben Hormonen spielen oft auch das Immunsystem, chronische Entzündungen und vor allem die Mitochondrien eine wichtige Rolle. Mitochondrien sind die „Kraftwerke“ deiner Zellen: Sie liefern Energie und beeinflussen gleichzeitig Immunabwehr, Entzündungen und Stressreaktionen.
Warum manche Menschen nach Stress oder Infektionen nicht mehr richtig gesund werden
Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Belastungen. Manche erholen sich nach einer Infektion oder stressigen Phase schnell, andere entwickeln langfristige Beschwerden wie Erschöpfung, Schwindel, Herzrasen oder Schmerzen. Entscheidend sind dabei individuelle Schutz- und Risikofaktoren sowie die Dauer der Belastung.
Unser Körper muss sich ständig an inneren und äußeren Stress anpassen. Kurzfristig funktioniert das meist gut. Wenn Belastungen jedoch dauerhaft bestehen, etwa durch Infektionen, psychischen Stress, Schlafmangel, Entzündungen, hormonelle Umstellungen oder Schilddrüsenerkrankungen, dann geraten die Systeme irgendwann in eine Art Überlastung.
Welche Rolle Mitochondrien dabei spielen
Mitochondrien machen weit mehr, als nur Energie zu produzieren. Sie steuern unter anderem:
die Energieversorgung der Zellen,
die Immunabwehr,
Entzündungsreaktionen,
Zellschutz und Reparatur,
die Anpassung an Stress.
Besonders spannend: Das Immunsystem ist eng mit den Mitochondrien verbunden. Unsere Zellkraftwerke helfen dem Körper sogar dabei, Viren zu erkennen und Immunreaktionen zu starten. Gleichzeitig können Viren (hier sei insbesondere der EBV, das Pfeiffersche Drüsenfieber genannt, denn wir alle Herpes Viren bleibt es im Körper und belastet uns immer wieder erneut), die Mitochondrien stören und dadurch langfristige Probleme verursachen. Ein regelrechter Teufelskreis kann entstehen.
Nach Virusinfektionen kann es beispielsweise zu einer dauerhaften Fehlsteuerung von Energieproduktion, Entzündung und Immunsystem kommen. Die Folge können sein:
anhaltende Erschöpfung,
chronische Entzündungen,
oxidativer Stress,
Immunstörungen,
eingeschränkte Regeneration.
Hormonelle Achterbahnfahrten können dieses empfindliche System zusätzlich belasten. Gleichzeitig werden die hormonellen Regelkreise selbst störanfälliger.
Ich erlebe deshalb immer häufiger Frauen, die mit vermeintlichen Wechseljahresbeschwerden zu mir kommen und bei denen die Hormone allein die Beschwerden aber nicht vollständig erklären. Dann richtet sich der Fokus oft viel stärker auf das Immunsystem, stille Entzündungen, den Darm und die Ernährung oder die Regeneration des Körpers. Genau das ist das Spannende an der ganzheitlichen Naturheilkunde: keine rein lineare Lösung, sondern echte Ursachensuche.
Darm und Ernährung nicht vergessen
Auch der Darm und die Ernährung spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Denn Darmgesundheit, Immunsystem, Entzündungen und hormonelle Balance sind eng miteinander verbunden.
Mehr zum Thema Ernährung bei chronischen Erkrankungen und hormonellen Dysbalancen gibt es in den kommenden Wochen schwerpunktmäßig in meinen beiden Kanälen, denn genau damit beschäftigen sich aktuell auch meine nächsten Fortbildungen.