16/05/2026
Hormone rein, Problem weg?!
Hormone nehmen, ganz gleich ob für die Schilddrüse, die Nebennieren oder die Sexualhormone, und alles ist wieder tutti? Wenn es doch so einfach wäre.
Hormone können ein wichtiger Baustein sein. Aber sie sind selten die ganze Lösung. Der Körper funktioniert nicht wie ein Lichtschalter, bei dem man nur ein Hormon ergänzt und plötzlich läuft wieder alles perfekt. Meist steckt deutlich mehr dahinter.
Bei den allermeisten Menschen ist es entscheidend, parallel auch am Lifestyle zu arbeiten. Schlafhygiene, Stressmanagement, Ernährung, Bewegung, Tagesrhythmus und Trinkmenge spielen eine enorme Rolle. Denn der Körper braucht überhaupt erst die richtigen Bedingungen, um auf Therapien reagieren zu können.
Und dann gibt es noch die Menschen mit zahlreichen „Nebenkriegsschauplätzen“.
Diejenigen, die durch chronischen Stress, schlechten Schlaf oder permanente Überforderung eine Insulinresistenz entwickelt haben. Diese muss unbedingt mitbehandelt werden. Denn wenn die Zellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren, kann Energie schlechter bereitgestellt werden. Die Folge sind Müdigkeit, Heißhunger, Gewichtszunahme, Erschöpfung und oft das Gefühl, trotz Therapie nicht richtig voranzukommen.
Es gibt die Menschen mit chronischen Entzündungen im Körper. Auch diese müssen ernst genommen werden. Denn stille Entzündungen wirken wie permanente Störfeuer im System und können unter anderem Schilddrüse, Nebennieren, Darm, Immunsystem und Hormonbalance beeinflussen.
Es gibt die, die schlechte Cholesterinwerte entwickelt haben. Nicht selten als Folge von chronischem Stress, Schlafmangel, Bewegungsmangel, Nährstoffdefiziten und einer dauerhaft erhöhten Belastung des Körpers. Denn auch Fettstoffwechsel und Leber reagieren empfindlich auf Lebensstil, Entzündungen und hormonelle Dysbalancen.
Und es gibt die, die plötzlich mit Bluthochdruck kämpfen. Oft spielen dabei mehrere Faktoren gleichzeitig hinein. Zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, chronischer Stress, Mineralstoffmängel, ein dauerhaft überlastetes Nervensystem und sogar eine zu geringe Trinkmenge können den Körper permanent in Alarmbereitschaft halten. Auch hier reicht es häufig nicht aus, nur einen einzelnen Wert zu behandeln.
Es gibt die, die zugenommen haben und inzwischen unter Schmerzen leiden. Gelenke, Muskeln und Faszien reagieren auf Dauerbelastung, Bewegungsmangel und Entzündungen. Schmerzen führen dann häufig dazu, dass Bewegung noch weiter reduziert wird, wodurch sich der Kreislauf weiter verstärkt.
Es gibt die, die plötzlich dauerhaft Probleme mit Magen und Darm entwickeln. Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Reflux oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dabei brauchen wir einen funktionierenden Darm dringend, um Nährstoffe überhaupt aufnehmen zu können. Außerdem werden dort wichtige Neurotransmitter mit beeinflusst, die für Stimmung, Schlaf, Motivation und Stressregulation relevant sind.
Es gibt die, die keine Motivation und keinen Antrieb mehr haben. Deren Stimmung schlechter ist als jemals zuvor. Die sich selbst nicht wiedererkennen. Auch das darf man nicht einfach nur als „Hormonsache“ abstempeln. Psyche, Nervensystem, Stressbelastung, Entzündungen, Nährstoffmängel und Überforderung spielen oft mit hinein und müssen mit betrachtet werden.
Und es gibt die, die dauerhaft müde und erschöpft sind. Die keine Energie mehr für Sport oder Alltag haben. Dadurch weniger aktiv werden, weiter zunehmen und infolgedessen noch mehr Schmerzen und Entzündungen entwickeln. Ein Teufelskreis.
Dazu kommen häufig weitere Faktoren: Nährstoffmängel, ein gestörter Blutzucker, ein dysreguliertes Nervensystem, emotionale Belastungen, Schlafapnoe, Übertraining, Medikamente oder ein Alltag, der dauerhaft über die eigenen Ressourcen hinausgeht.
Genau deshalb reicht es oft nicht aus, nur Laborwerte zu „korrigieren“. Hormone sind ein Teil der Geschichte, aber niemals der gesamte Mensch. Wirkliche Veränderung entsteht meistens erst dann, wenn man den Körper als Gesamtsystem betrachtet und die Ursachen hinter den Beschwerden mit angeht.
Und genau deshalb sind meine Therapiepläne manchmal umfangreicher. Die Menschen, die zu mir kommen, waren oft bereits überall. Viele kämpfen seit Jahren mit Beschwerden, fühlen sich nicht ernst genommen oder kommen trotz verschiedener Ansätze nicht wirklich weiter. Häufig sind zu diesem Zeitpunkt bereits viele Dominosteine gefallen. Dann reicht es eben nicht mehr aus, nur an einer einzigen Stellschraube zu drehen. Dann muss man Zusammenhänge verstehen, Prioritäten setzen und den Körper Schritt für Schritt wieder stabilisieren.
Es gibt leider nicht DAS eine Mittel, die EINE Tablette, die EINE Creme und alles ist wieder tutti!
Und nein, ich kann weder zaubern noch hexen und auch keine Wunder vollbringen. Manche Prozesse brauchen Zeit. Der Körper braucht Zeit. Und manches erfordert eben auch ein echtes Mitmachen, Eigenverantwortung und die Bereitschaft, Dinge im Alltag verändern zu wollen und manchmal auch verändern zu müssen. Therapie ist keine Einbahnstraße. Ich kann begleiten, erklären, unterstützen und Zusammenhänge erkennen, aber gehen muss den Weg am Ende jeder selbst.
Praxis für ganzheitliche
Naturheilkunde & Chiropraktik
Alexandra Nau
-Heilpraktikerin-