27/10/2022
Wir bewerten die meisten Informationen, die zu uns gelangen, sofort. Und häufig bewerten wir auch – zumindest für uns selbst – Taten und Worte von anderen. Irgendwie ist das schon ein Reflex, eine Gewohnheit, um Dinge für uns einzuordnen. Wenn wir dies aber starr etablieren, geht uns dabei ziemlich viel verloren. Denn logisch: Ist eine Schublade erst mal zu und vielleicht sogar noch abgeschlossen, kann man nicht mehr hineinschauen. Indem wir diese Art von Vorkategorisierung vornehmen, verwehren wir uns letztlich neue Informationen, andere, neue Ansichten, Verständnis – und somit auch Erkenntnisse für uns selbst.
Achtsamkeit bedeutet auch, Dinge zu reflektieren, ohne sie zu bewerten. Hach, und das fällt manchmal einfach schwer! Gerade mistigem Bockmist möchte man eigentlich nur ungern neutral gegenüberstehen. Und bei Themen, in die wir emotional verwickelt sind, ist es eine wahre Kunst. Aber gerade da kann es sehr hilfreich und auch erleichternd sein, sich die Situation mal wertfrei anzuschauen. Wenn unsere Gedanken nicht in einen Schlafrock von Wut oder Euphorie gewickelt sind, können wir viel besser Lösungen für Probleme finden, Herleitungen entdecken – und neue Erkenntnisse gewinnen.