27/02/2026
Deshalb behandle ich seit Jahrzehnten mit Erfolg,was natürlich nur in Zusammenarbeit mit dem Besitzer funktioniert.Es werden homöpathische Mittel wie bei einem Diabetiker versabreicht.
Da ich von einer angeborenen Stoffwechselerkrankung betroffen bin,beschäftige ich mich seit vielen Jahren, wie ich dem entgegen wirken kann.
Wisst ihr, was Hufrehe auslöst? Insulin.
Genauer: chronisch oder akut überschießendes Insulin . Hyperinsulinämie. Das ist der Trigger. Nicht die Substanz, die reinkommt, sondern das, was der Körper daraus macht.
Aber der Reihe nach.
Was ist Fruktan überhaupt?
Fruktan ist ein Speicherkohlenhydrat, das Gräser produzieren. Chemisch ist es eine Kette aus Fruktose-Molekülen , manchmal Dutzende, manchmal Hunderte aneinandergereiht. Gräser nutzen Fruktan als Energiereserve: Tagsüber produzieren sie es durch Photosynthese, nachts verbrauchen sie es für ihr Wachstum , aber nur, wenn es warm genug ist.
Und genau da liegt das Problem: Bei Kälte + Sonne produziert das Gras weiter Fruktan, kann es aber nicht verbrauchen, weil es nicht wächst. Das Fruktan staut sich im Gras auf. Deshalb sind sonnige Tage nach Frostnächten, kalte Herbsttage und Wintergras bei Sonnenschein die gefährlichsten Zeiten.
Fruktan ist kein einfacher Zucker. Es schmeckt nicht süß, und es verhält sich im Pferdekörper völlig anders als Glukose oder Saccharose. Aber es gehört zu den wasserlöslichen Kohlenhydraten und fließt in den NSC-Wert (Non-Structural Carbohydrates) ein – also genau den Wert, der im Heu unter 10 % liegen sollte.
Zucker und Stärke:
Zucker und Stärke werden im Dünndarm aufgespalten und absorbiert. Der Blutzucker steigt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Bei einem gesunden Pferd kein Problem. Bei einem Pferd mit Insulindysregulation schießt das Insulin massiv über – und genau dieses überschüssige Insulin zerstört die Lamellen im Huf. Nicht der Zucker. Das Insulin.
Das Pferd kann Fruktan im Dünndarm nicht aufspalten – es hat schlicht kein Enzym dafür. Fruktan landet unverarbeitet im Dickdarm, wo Bakterien es fermentieren. Bei großen Mengen entsteht eine Übersäuerung (Laktatazidose), Bakterien sterben ab, Endotoxine werden freigesetzt. Diese Endotoxine können eine systemische Entzündungsreaktion auslösen – und auch dieser Weg kann das Insulin in die Höhe treiben.
Zwei verschiedene Wege. Dasselbe Ergebnis: zu viel Insulin.
Wer also sagt „Fruktan löst keine Rehe aus, also kann mein Pferd ruhig auf die Weide" – der hat den Mechanismus nicht verstanden. Fruktan löst keine Rehe aus wie Zucker es tut – richtig. Aber es kann über den Umweg der Dickdarmfermentation genau dort landen, wo es gefährlich wird.
Und jetzt der Punkt, der in den meisten Diskussionen fehlt: Es geht nicht um eine einzelne Substanz. Es geht um die Insulinantwort des individuellen Pferdes. Ein stoffwechselgesundes Pferd kann Fruktan, Zucker und Stärke verarbeiten, ohne dass etwas passiert.
Der Stoffwechsel dahinter ist es.