27/04/2022
Wer stark ist, lebt auch länger 🦠👨⚕️💪
Seit 24 Jahren mache ich aus schwachen Menschen starke Menschen. Zu Beginn stand vor allem die Stabilisierung von Gelenken und Wirbelsäule im Fokus. Das ist auch heute noch ein Schwerpunkt und für viele Aktive der konkrete Grund, regelmäßiges Training in ihre Wochenplanung zu integrieren.
Von Beginn an las ich Studien zum Schwerpunkt meiner ärztlichen Tätigkeit, besuchte Kongresse, vernetzte mich mit Gleichgesinnten, wurde Vorstand einer internationalen wissenschaftlichen Fachgesellschaft, schrieb selbst Artikel zum Thema und organisierte und leitete einen zweitägigen Fachkongress über die Motoren unseres Lebens. Vor allem aber beriet und motivierte ich etwa 15.000 „Starter“, ihren Körper regelmäßig an Maschinen zu kräftigen.
Nach und nach erkannte ich das Potenzial eines spezifischen Trainings, das weit über orthopädisch dominierte Themen hinausging. Vergleichbar mit einem Bergmann, der in einer Mine nach Zinn und Kupfer schürft und dabei zusätzlich auf Silber und Gold stößt. Ich hatte - für mich und meine Patienten - auf das richtige Pferd gesetzt. Bereits 2007 ließ ich mir die Wortmarke „Starke Menschen bleiben jung“ schützen.
Parallel dazu gab es Forschungsergebnisse, die unsere Muskulatur vom bloßen Motor und Befehlsempfänger unseres Körpers zum starken Taktgeber für alle Organe und Körperzellen aufwerteten. Myokine, spezifische Botenstoffe arbeitender Muskeln, wurden entdeckt, erforscht und damit auch immer mehr ihrer gesundheitlichen Wirkungen. Ja, wir haben eine innere Apotheke. Wer diese nutzen möchte, muss nur aktiv werden und sein größtes Organsystem regelmäßig belasten.
Faktisch alle Zivilisationserkrankungen lassen sich präventiv beeinflussen, vom Stoffwechsel über unser Nervensystem, Herz und Kreislauf bis hin zum Immunsystem. Trainierte Muskeln schärfen unsere zelluläre und humorale Abwehr und beugen so der Alterung und einem Funktionsverlust dieses wichtigen Schutzes vor inneren (Krebs) und äußeren Feinden (Mikroben) vor. Die Konsequenz: starke Menschen bleiben nicht nur jung, sie leben sogar länger.
Dies bestätigt nun eindrucksvoll eine neue Übersichtsarbeit japanischer Wissenschaftler, die alle zu diesem Thema veröffentlichten validen Ergebnisse unter die Lupe nahmen. Signifikant reduzierte Gesamtsterblichkeit, Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Das sind übrigens mit Abstand unsere Haupttodesursachen. Und ich bin überzeugt, auch bei Covid-19 wäre eine Reduktion der Letalität in Abhängigkeit zum Zustand der Muskulatur zu finden - hätte man danach gesucht.
Eine interessante, erstmals näher quantifizierte Frage ist die der notwendigen Dosis an hochintensiven Aktivitäten. Die WHO empfiehlt 2x wöchentliches Muskeltraining, wir von Kieser analog 1-2x 30 Minuten pro Woche. Und siehe da, dies scheint tatsächlich der optimale Trainingsumfang zu sein. Kraft als Medikament hat eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Selbstverständlich macht eine Ergänzung um weitere körperliche Aktivitäten mit niedriger Intensität durchaus Sinn.
https://bjsm.bmj.com/.../2022/01/19/bjsports-2021-105061