10/05/2026
MUSS ICH ZWEITE CHANCEN GEBEN?
Menschen, Orten, Situationen oder Dingen, bei denen ich eigentlich längst gemerkt habe, wie sie sich anfühlen.
Ich frage mich das wirklich oft, weil man ja irgendwie (leider) lernt, dass „drüber stehen“ erwachsen ist. Dass man professionell sein soll. Nicht nachtragend. Nicht empfindlich.
Und dann beginnt sofort dieser Kampf im Kopf:
„Stell dich nicht so an.“
„Andere würden das einfach machen.“
„Das wäre doch gut für dich.“
„Vielleicht solltest du endlich loslassen.“
Am Freitag sagte eine Kundin zu mir, sie hätte eine Art „No-Go-Liste“ für Menschen, weil sie dazu neigt zu vergessen, wie schlecht manche sie behandelt haben oder wie respektlos sich manche verhalten haben.
Und irgendwie hat mich das beschäftigt.
Weil wir oft so sehr versuchen, verständnisvoll, reflektiert und erwachsen zu sein, dass wir anfangen, unsere eigenen Gefühle kleinzureden.
Bis wir irgendwann wieder in Situationen sitzen, bei denen sich innerlich eigentlich längst alles zusammenzieht.
Aber was, wenn Loslassen nicht immer bedeutet, wieder Zugang zu geben?
Was, wenn Erwachsensein manchmal einfach heißt, ehrlich genug zu sich selbst zu sein um zu sagen:
Das fühlt sich für mich nicht gut an.
Und ich möchte mich da nicht nochmal reinzwingen.
Ich glaube, innerer Frieden entsteht nicht nur dadurch, dass man Dinge verarbeitet, sondern auch dadurch, dass man irgendwann mal damit aufhört, sich selbst ständig zu übergehen. 🌿