11/01/2026
Die US Dietary Guidelines 2025–2030 (veröffentlicht 7. Jan 2026 durch USDA und HHS) drehen die alte Ernährungs-Logik sichtbar um:
Die neue, „invertierte“ Pyramide setzt echte, nährstoffdichte Lebensmittel nach oben und schiebt (v. a. raffinierte) Kohlenhydrate-Getreide-Lastigkeit deutlich nach unten. Wahnsinn… eigentlich nichts Neues für alle, die sich mit Ernährung beschäftigen oder? Aber gleich kommt ein ABER!
Also konkret werden Proteinquellen (Fleisch, Fisch, Eier etc.), Obst/Gemüse, Milchprodukte und „healthy fats“ als zentrale Bausteine betont, während Getreide deutlich kleiner ausfällt (z. B. nur noch 2–4 Portionen Vollkorn/Tag statt früher deutlich mehr).
Spannend sind die „neuen“ Stellschrauben: Die Proteinzufuhr wird körpergewichtsbezogen deutlich höher angesetzt (1,2–1,6 g/kg/Tag) – super für Knochen, Muskeln und Bindegewebe – Vollfett-Milchprodukte werden weniger „verteufelt“ und der Ton gegenüber gesättigten Fetten wird entspannter – bei weiterhin bestehendem Limit von ~10 % der Tageskalorien.
Gleichzeitig gibt’s deutlich mehr „Druck“ gegen zugesetzten Zucker und Ultra-Processed Foods, und beim Alkohol wird weniger mit fixen Tageslimits gearbeitet, eher Richtung: je weniger, desto besser.
ABER, hier kommt´s: Nur weil etwas „verarbeitet“ ist, ist es nicht schlecht und nur weil es „natürlich“ oder „unverarbeitet“ ist, ist es nicht gleich gut. Es geht primär um „essentielle Nährstoffe“ bei ausreichend Kalorien – nicht zu wenig, nicht zu viel.
Für mich kommt das allerdings dem ziemlich nahe, was ich als artgerechte Ernährung des Menschen beschreibe: Viel naturbelassene tierische Lebensmittel mit Protein + essentielle Fettsäuren + Mikronährstoffe (hoch bioverfügbar), viel unverarbeitete Pflanzenkost (Faserstoffe, Kalium, Polyphenole), Fette als Baustoff/Signalgeber, und Kohlenhydrate als „Werkzeug“ – je nach körperlicher Aktivität und Bedarf (Fettverlust, Gesundheit, Insulinsensitivität)?
Folgen für Mehrwert