28/05/2026
Wenn wir neue Übungen ausprobieren oder tiefer in den Körper hineinspüren, kommt fast immer diese eine Phase: Es fühlt sich erst einmal unbequem an.
Ich weiß das noch sehr gut aus meinem zweiten Ausbildungsjahr. Als die Praxis tiefer wurde, hat mein Körper nicht mehr einfach „neutral“ reagiert. Es kamen neue Empfindungen hoch – manchmal unangenehm, manchmal total ungewohnt. Manchmal so, dass ich am liebsten sofort aufgehört hätte.
Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, den viele falsch verstehen.
Wenn sich der Körper am Anfang einer neuen Praxis meldet, heißt das nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Oft ist es einfach die Anpassung: Das gesamte System stellt sich auf neue Bewegungen, neue Belastungen und eine andere Koordination ein.
Der Körper baut sich um, um einen neuen Balancezustand zu finden. Die Arbeit der Wirbelsäule verändert sich, der Brustkorb öffnet sich, die Atmung wird anders. Dieser Übergang vom alten zum neuen Zustand wird oft als Phase der Instabilität wahrgenommen.
Aber hier gibt es eine ganz klare Grenze:
Wir ignorieren keinen Schmerz und wir „halten nicht einfach durch“. Wir lernen zu unterscheiden, was eine gesunde Anpassung ist und wo eine Überlastung beginnt.
In meinen Kursen gebe ich deshalb immer verschiedene Varianten der Übungen. So kann jeder genau die Version wählen, die heute zum eigenen Körper und zum eigenen Belastungsniveau passt.
Und manchmal braucht der Körper einfach eine kleine Pause oder eine leichtere Variante der Praxis. Das ist tausendmal besser, als komplett aufzuhören.
Yoga ist ein sehr ehrlicher Prozess. Es gibt hier keine Versprechen von schnellem, einfachem Komfort.
Genau deshalb wirkt die Praxis auch nicht von heute auf morgen – sondern durch Regelmäßigkeit, Zeit und das Vertrauen in den eigenen Weg ✨