22/03/2026
Da muss ich dir zustimmen liebe Daniela
Die letzten Wochen haben viele von uns nachdenklich gemacht.
Da kommen Listen ans Licht. Namen, die man kennt. Netzwerke, die funktioniert haben, weil alle geschwiegen haben, die davon wussten. Jahrelang. Und man sitzt da und denkt: Wie tief sitzt das eigentlich?
Dieser Tage wieder ein Mann in einer Führungsposition und Machtmissbrauch gegenüber einer Frau. Und dann wenige Tage später spricht eine Frau öffentlich über das, was sie in ihrer Partnerschaft erleben musste, digitale Gewalt.
Was ich in diesen Tagen bei vielen Frauen wahrnehme, ist Entsetzen, und gleichzeitig etwas Drängenderes als nur die Empörung: der Wunsch, dass es wirklich anders werden möge, nicht nur andere Gesichter in denselben Strukturen, sondern Frauen, die ihre eigene Kraft kennen und aus ihr heraus leben, als gleichwertiger Gegenpart, nicht als Reaktion auf etwas, sondern aus sich selbst heraus.
Denn wenn Frauen aufhören, die Rollen zu erfüllen, die ihnen zugewiesen wurden, und stattdessen aus einem tiefen Verständnis ihrer selbst heraus leben, entziehen sie dem alten System jede Berechtigung, die sich das Patriarchat selbst gegeben hat, und es hat keinen Boden mehr, auf dem es stehen kann.
Und ich glaube, dass dieser Wandel nicht nur von außen kommt. Er beginnt auch damit, dass Frauen sich selbst wirklich verstehen, nicht nur oberflächlich, nicht als nice-to-have oder weil man mal im Podcast darüber gehört hat, sondern so tief, dass sie verinnerlichen, welche Kraft sie in sich tragen, und aus dieser Kraft heraus leben, entscheiden, führen, begleiten, und ihr Leben selbstbewusst gestalten, ohne Anpassung.
Nie empfand ich es wichtiger - als JETZT. Alles im Außen deutet darauf hin.
Ich weiß, dass kollektive Veränderung kein kleiner Auftrag ist, kein kleines Vorhaben, aber es ist der Weg, den es braucht.
Daran mag ich Dich, uns, erinnern. Denn Entsetztsein reicht nicht.
(aus meiner digitalen Post vom 20.03.)