23/08/2023
TEIL 1
Geruchs und Geschmacksstörung
Was hat das mit Logopädie zu tun?
Nicht erst seit COVID-19 sind der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes ein wichtiges Thema in der Logopädie.
Auch nach bzw. bei Schädel-Hirn-Traumen, Schlaganfällen und weiteren neurologischen Erkrankungen treten sie häufig auf.
Viele unserer Patienten haben z.B. nach einer Kehlkopfentfernung das Gefühl, ihr Geschmackssinn sei verändert oder stark vermindert.
Tatsächlich aber sehen die Geschmacksknospen des Patienten genauso aus wie vor dem Eingriff. In Bezug auf die Geschmacksknospen auf der Zunge oder die für das Schmecken zuständigen Nerven hat sich nichts geändert.
Diese bleiben im Anschluss an eine Kehlkopfentfernung völlig intakt. Aber warum ist dann der Geschmackssinn nach der Operation so anders?
Es ist wichtig zu wissen, dass die Fähigkeit zu schmecken in erster Linie von unserer Fähigkeit zu riechen abhängt. Schmecken mit zugehaltener Nase (vor einer Kehlkopfentfernung) schränkt das Geschmackserlebnis beim Essen stark ein.
Das rührt daher, dass rund 70 % des Geschmacksempfindens durch den Geruchssinn vermittelt werden. Die Zunge besitzt Geschmacksknospen, die süß, sauer, salzig, bitter und würzig erkennen können.
Aber es ist der Geruchssinn, der unserem Gehirn mitteilt, dass wir gerade ein Stück Pizza und keinen Cheeseburger essen!
Ebenso wie die Geschmacksknospen sind auch die Nerven, die uns das Riechen ermöglichen, intakt.
Wenn nun also die Geschmacksknospen normal sind und der Geruchssinn nicht verändert wurde – warum schmeckt das Essen nach der Kehlkopfentfernung dann anders?
Mehr dazu in TEIL 2 !!!