08/03/2026
Derzeit etwa 9 Millionen Frauen in der Menopause:
Wechseljahre sind mehr als „nur eine Phase"
Heute feiern wir den Internationalen Frauentag, der seit jeher für Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und faire Rahmenbedingungen für Frauen weltweit steht. Zeit, auch das Thema Wechseljahre weiter aus der Tabuzone zu holen und einen offenen Umgang damit zu etablieren, findet Lena-Lisa Michl, Fachärztin für Gynäkologie am in Wittenberg.
„Zur Zeit befinden sich etwa 9 Millionen Frauen in Deutschland in der Menopause – allein diese hohe Anzahl ist Grund genug, offen darüber zu sprechen und Frauen in dieser Lebensphase gut zu begleiten“, so Lena-Lisa Michl. Denn die Wechseljahre sind weit mehr als „nur eine Phase“ – immerhin dauern sie im Durchschnitt etwa 7,4 Jahre, können sich aber auch auf 12 Jahre ausdehnen.
Der Zeitraum, der durch das Unterbrechen und Ausbleiben der Regelblutung gekennzeichnet ist, geht bei vielen Frauen mit verschiedenen Symptomen einher: „Typisch sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Gedächtnisprobleme – der sogenannte "brain fog", Zyklusstörungen und Schlafstörungen. Außerdem kommt es zu Stimmungsschwankungen, vaginaler Trockenheit, Libidoverlust, Zunahme an Inkontinenzbeschwerden, Gelenkschmerzen und Gewichtszunahme. Der Östrogenmangel erhöht außerdem das Osteoporoserisiko bei Frauen“, nennt die Fachärztin die typischen Symptome.
8 von 10 Frauen haben Symptome, jede dritte Frau leidet sogar unter schweren Symptomen, die im Beruf und Alltag einschränken mit teilweise einschneidenden Entscheidungen wie beispielsweise Reduktion der Arbeitszeit oder auch dem Verzicht auf eine Beförderung“, weiß Lena-Lisa Michl.
Die Ergebnisse der Online-Befragung der "menosupport"-Studie unter Prof. Andrea Rumler von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin hätten deutlich gemacht, dass unbehandelte Wechseljahresbeschwerden nicht nur ein individuelles Gesundheitsproblem sind, sondern auch ein volkswirtschaftlicher Faktor: Berechnungen zeigten, dass dadurch jährlich Kosten von rund 9,4 Milliarden Euro durch etwa 40 Millionen Fehltage entstehen.
Wie Frauen und auch die Gesellschaft damit umgehen sollten, lest ihr in Teil 2.