09/04/2026
Fiebersenker aus Sicht der Chinesischen Medizin:
Erstmal etwas Theorie:
Es gibt im Körper 3 Ebenen:
die Qi-Ebene (alles, was gasförmig ist),
die Flüssigkeitsebene (Intra- und Extrazelluläre Flüssigkeiten, Lymphe usw.)
und die Blutebene (Blut, Träger des Yang, der Lebensenergie).
Die Qi- und die Flüssigkeitsebene können miteinander kommunizieren und die Flüssigkeits- und die Blutebene können miteinander kommunizieren.
Die Haut mit ihren Poren ist der Temperaturregulator des Körpers. Über das Öffnen der Poren kann übermäßige Hitze (Z. B. bei Anstrengung) ausgeleitet werden. Äußere Kälte kann durch schließen der Poren ausgesperrt werden.
Der Wärmefilm des Körpers übersteigt die Hautoberfläche bei weitem (man nennt es auch Aura)!
Kalter Wind (unter Körpertemperatur!) kann ihn fortblasen und die pathogenen Faktoren Wind und Kälte greifen die Körperoberfläche an.
Der Körper reagiert, indem er durch mehr Pumpleistung des Herzens mehr Wärme=Yang produziert. Dieses leitet er in die Außenschicht ,wo er durch vermehrte Durchblutung die Flüssigkeiten erwärmt, die wiederum die Qi-Ebene erwärmen um die pathogenen Faktoren abzuwehren und den Wärmefilm der Haut wieder herzustellen.
Ist der pathogene Faktor stark, wird auch die Temperatur stark erhöht, um gegen ihn anzugehen. Das nennt man Fieber.
Fiebersenker kühlen die Flüssigkeitsebene. Das Yang aus der Qi-Ebene hat nun keine Chance mehr, in die Flüssigketen zu wechseln (mit dem Blut kann es ja nicht kommunizieren!) und fliegt aus dem Körper. Es ist also verloren.
Wenn man Pech hat, kühlen sie auch noch die Blutebene, was ganz schlecht ist, denn dann wird die Lebensenergie direkt angegriffen.
Fiebersenker erzeugen also einen starken Yang-Verlust, also Verlust der Lebenskraft. Deshalb schwächen sie auch so stark!
Natürlich sind sie bei hohem, gefährlichem Fieber angebracht!
Leider werden sie aber oft auch bei leichtem Fieber eingesetzt!
Ein geschwächter Körper kann dann in die Yin-Schichten rutschen, was sich z. B. durch Durchfall zeigt. Ein Abrutschen in die Yin-Schichten ist immer ein schlechtes Zeichen, denn das bedeutet, dass der Körper in einen Yang-Mangel gerät, also weniger Lebenskraft und Funktionalität besitzt.
Chronische Erkrankungen können entstehen, wenn man das Yang nicht wieder auffüllt.
Das gleiche passiert übrigens auch, wenn man mittels Akupunktur die Hitze (=Yang) aus dem Körper ausleitet!
Bei Fieber wäre also der Behandlungsansatz nach dem Shang Han Lun über Rezepturen wie Guizhi Tang (Wind, offene Oberfläche) und Mahuang Tang (Kälte, geschlossene Oberfläche) und ihre Modifikationen die normale Körpertemperatur wieder herzustellen.
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Anja Krajewski
www.tierheilpraxis-morsbachtal.de