01/12/2025
Alle, die zwischen 1952 und 1979 geboren wurden, gehören zu einer Generation, die einen Wandel erlebt hat, von dem unsere Eltern nicht einmal hätten träumen können.
Wir waren die Zeugen einer technologischen Revolution, die die Welt auf den Kopf stellte – und wir standen mittendrin.
Wir sahen, wie die Häuser, die unsere Eltern kauften, heute das 20- bis 30-Fache wert sind.
Wir waren die Letzten, die auf der Straße spielten: Murmeln, Völkerball, Gummitwist, Himmel und Hölle, „Simon sagt“, Verstecken …
Und gleichzeitig die Ersten, die Videospiele kannten: Pac-Man, Atari und die ersten Konsolen.
Wir hörten Musik auf Schallplatten, nahmen unsere Lieblingssongs auf Kassetten auf, erlebten den Aufstieg von BETA und VHS, den Walkman, später die CD.
Man nannte uns „Generation X“, als wäre das ein leerer Platzhalter – doch wir haben nie auf die herabgeblickt, die mit Computern nicht umgehen konnten. Im Gegenteil: Wir waren die Brücke zwischen zwei Welten.
Wir waren die Kinder der Sesamstraße, von Tom & Jerry, Die Jetsons, Woody Woodpecker, Candy, Sandy Belle, GI Joe, The Addams Family, Der rosarote Panther, Road Runner …
Und wir wuchsen auf mit den Beatles, Rolling Stones, Led Zeppelin, Jackson Five, Guns N’ Roses – sowie in spanischen und französischen Haushalten mit Soda Stereo, Mecano, Hombres G, Los Bukis, Tigres del Norte …
Wir tranken Limonaden aus Glasflaschen, gingen mit Stofftaschen einkaufen und hoben ein Stück Brot vom Boden auf, pusteten es ab und aßen es später – mit leicht schlechtem Gewissen.
Wir sind eine Generation, die überlebt hat, obwohl unsere Kindheit aus heutiger Sicht völlig „unsicher“ war:
Autos ohne Gurt, keine Airbags, Babys ohne Kindersitz.
Rollschuhe ohne Helm, rostige Rutschen, schwere Schulranzen ohne Rollen.
Wir fuhren 10 Stunden im Auto, ohne Pause, ohne Beschwerden.
Wir aßen Süßigkeiten, Kuchen, Eis – und niemand redete von „Fettleibigkeit“.
Wir teilten unsere Getränke, teilten unser Essen, teilten alles – außer vielleicht die Läuse.
Wir warteten fast darauf, Windpocken zu bekommen, um ein paar Tage schulfrei zu haben.
Keine Smartphones.
Kein Internet.
Aber wir hatten Wasserballons, Fahrräder, Puppen, Cowboys, unsere Bande … und eine Fantasie, die reichte, um ganze Welten zu erschaffen.
Wir flirteten mit „Wahrheit oder Pflicht“ und Flaschendrehen – von Angesicht zu Angesicht, nicht hinter Bildschirmen.
Wir existierten, ohne uns online beweisen zu müssen.
Ein Ruf durchs Fenster, ein Pfiff – und alle Kinder waren draußen.
Wir hatten keine „Labels“ wie heute: Nicht emo, nicht gamer, nicht skater.
Wir waren der Blonde, die Lockige, der Kleine, der Starke …
und trotzdem eine einzige große Gruppe.
Wir lernten, Verantwortung zu übernehmen.
Wir lernten, Fehler zuzugeben.
Wir lernten, aufzustehen – immer wieder.
Wir wurden erwachsen: frei, verletzlich, stark, lebendig.
Glückwunsch an uns.
Eine Generation, die zwei Welten erlebt hat – und beide überlebt.
— Nach Cristina Rivera Garza